Warum Kammli und die 3M’s – und nicht echte Hunde?
Regelmäßig bekomme ich Kommentare unter den Videos – manchmal freundlich, manchmal weniger freundlich – warum ich keine echten Hunde für die Besuche einsetze.
Darum möchte ich es hier noch einmal ruhig und verständlich erklären.
🟦 1. Besuchshunde brauchen eine Ausbildung – und nicht jeder Hund ist geeignet
Viele Menschen glauben: „Mein Hund lässt sich gern streicheln, also wäre er ein guter Besuchshund.“
So einfach ist es leider nicht.
Für Besuchshunde braucht es eine spezielle Ausbildung – für Hund und Mensch.
Nicht jeder Hund ist charakterlich geeignet, selbst wenn er lieb ist.
Wenn man nicht versteht, warum diese Ausbildung nötig ist, hilft ein kurzer Blick ins Internet – die Gründe sind zahlreich und wichtig.
Ein Hund, der gern gestreichelt wird, ist nicht automatisch ein Hund, der mit fremden Menschen in besonderen Situationen umgehen kann.
🟦 2. Nicht überall sind Hunde erlaubt
Gerade in sensiblen Bereichen wie:
Krankenhäusern
Reha‑Einrichtungen
bestimmten Pflegebereichen
…sind Hunde aus Hygiene‑ und Gesundheitsgründen nicht zugelassen.
Kammli hingegen darf überall hin – ohne Risiko.
🟦 3. Manche Menschen haben unkontrollierte Bewegungen
Bei Besuchen treffe ich oft Menschen mit:
Spasmen
unkontrollierten Arm‑ oder Beinbewegungen
neurologischen Einschränkungen
Für einen echten Hund kann das belastend oder sogar gefährlich sein.
Kammli hingegen bleibt ruhig, kann nicht verletzt werden und reagiert nicht mit Stress.
🟦 4. Manche Kinder oder Erwachsene verstehen Grenzen nicht
Gerade bei Menschen mit geistiger Behinderung oder kleinen Kindern passiert es schnell, dass jemand:
an Ohren zieht
an Fell oder Schwanz reißt
drückt, schubst oder festhält
Bei Kammli ist das ungefährlich – sie beißt nicht, sie erschrickt nicht, sie leidet nicht.
Ein Beispiel:
Auf einem Schulhof waren 99 % der Kinder begeistert und liebevoll.
Ein Kind begann jedoch zu schlagen und zu treten.
Mit einem echten Hund wäre das eine Katastrophe – für das Tier und für das Kind.
Mit Kammli bleibt es sicher. (Aber natürlich dürfen die das auch bei Kammli nicht!)
🟦 5. Emotionale Belastung für echte Hunde
Ich frage mich oft:
Wenn es für mich als Mensch manchmal emotional ist – wie wäre es dann für einen Hund?
Hunde spüren:
Trauer
Angst
Verwirrung
Stress
Unruhe
Man kann einem Hund Sitz, Platz oder Pfötchen beibringen –
aber man kann ihm nicht beibringen, seine Emotionen abzuschirmen.
Darum setze ich sie bewusst nicht solchen Situationen aus.
🟦 6. Ja, es gibt Orte, wo echte Hunde wunderbar sind
Besuche in Pflegeheimen, Seniorenwohnheimen oder offenen Gruppen können für viele Menschen eine wunderschöne Abwechslung sein.
Ich bin absolut nicht dagegen – im Gegenteil.
Aber:
Nicht jede Situation ist für jeden Hund geeignet.
Und genau dort kommt Kammli ins Spiel.
⭐ Warum Kammli?
Kammli ist ein Roboter – ja.
Aber ihr Zweck ist nicht, Menschen zu täuschen oder ihnen ein lebendiges Tier vorzugaukeln.
Ihr Zweck ist:
ein Moment der Abwechslung
ein Lächeln
ein bisschen Leichtigkeit
ein sicherer Kontakt ohne Risiko
Und wenn manche Menschen sie als „lebendig“ wahrnehmen, ist das völlig in Ordnung.
Wenn es ihnen Freude bringt – warum sollte das falsch sein?
Es gibt schließlich auch Organisationen, in denen Ehrenamtliche als Clowns zu Menschen mit Demenz gehen, um gemeinsam zu lachen und Musik zu machen.
Das ist nichts anderes:
ein Moment Freude, ein bisschen Farbe im Alltag.
Und das Schönste:
Auch ältere Menschen ohne Demenz lieben Kammli!
Wir machen kleine Quizrunden, tanzen, lachen – einfach schöne Momente.
⭐ Die 3M’s – Mika, Milo und Mimi
Mit den drei interaktiven Plüschtieren habe ich nun auch eine Möglichkeit für Menschen, die:
ängstlicher sind
sehr sensibel reagieren
bettlägerig sind
Berührung brauchen, aber keinen großen Dino möchten
Die 3M’s reagieren auf Stimme und Berührung und schenken:
Nähe
Wärme
ein Lächeln
ein kleines Stück Geborgenheit
Sie ergänzen Kammli perfekt – für jede Situation, für jedes Bedürfnis
⭐ Fazit
Kammli und die 3M’s ersetzen keine echten Tiere.
Sie sind eine Ergänzung, eine sichere Alternative für Situationen, in denen echte Hunde überfordert, gefährdet oder nicht erlaubt wären.
Ihr Ziel ist einfach:
Freude bringen – überall dort, wo sie gebraucht wird.


